Warum gibt es Christen, die das Wirken des Heiligen Geistes ablehnen? (Zungenreden etc.)

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In der Ratgeber-Community GuteFrage.net schrieb vor kurzem jemand ein paar interessante Fragen. Ich fand diese Fragen sehr gut und wichtig, so dass ich mir Zeit genommen habe, um diese zu beantworten:

Frage:

„Hallo ich lese viel in der Bibel und weiß daher auch, dass es die Gabe der Zungenrede, der Heilung durch Handauflegungen gibt. Jetzt gibt es aber wiederum viele die dies ablehnen und sagen, diese Gaben gibt es nicht mehr. Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen. Was denkt ihr darüber? Hat jemand diese Gaben? Und warum lehnen die Menschen dies einfach ab?“

 

Antwort:

„Da muss ich etwas weiter ausholen, um Deine Frage beantworten zu können.

Für die ersten Christen war es völlig normal, für Kranke zu beten, in Zungen zu reden, Wunder zu tun… 

Lies Markus 16, 17-18!

Darin steht:

„Diese Zeichen aber werden die begleiten, die gläubig geworden sind: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden, Schlangen werden sie aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.“

Leider kam mit der Zeit dann die organisierte Religion – das „Christentum“.

Mit der katholischen Kirche kam es auf, dass nur Priester die Bibel lesen durften, nicht aber das Volk! Und somit wusste niemand oder kaum jemand mehr, dass es die Geistesgaben (und einiges anderes) gibt.

 

Dann kam irgendwann Luther.

Er übersetzte ja die Bibel endlich auf Deutsch, so dass das Volk diese lesen konnte. Außerdem entdeckte er einiges, was in der Kirche gar nicht richtig abläuft… Im Neuen Testament steht zum Beispiel, dass jemand gerettet wird, wenn er Jesus als seinen Herrn annimmt. – Errettung durch GNADE! Das war natürlich etwas, das die Kirche nicht lehrte – obwohl es biblisch ist.

Luther sagte (soweit ich weiß) leider nichts über die Geistesgaben und das Wirken des Heiligen Geistes. Doch auch diese sind biblisch.


Gegen 1910 versammelten sich ein paar Christen, um zu beten.

Sie hatten so einen großen Hunger nach Gott. Sie wollten Ihn in Seiner ganzen Fülle erleben. In diesen Versammlungen geschah es dann, dass diese Christen den Heiligen Geist sehr stark erlebten.

 

Sie begannen, in Zungen zu reden – was auch schon die ersten Christen praktizierten!

Durch das düstere Mittelalter und die Religion, die das Volk von der Wahrheit abhielt, wurden diese Wahrheiten vergessen.

Die Versammlung dieser Christen bzw. der Beginn der daraus folgenden Erweckung wurde als „Azusa Street (Revival)“ bekannt. „Azusa Street“, weil diese Straße, in der dieses gewöhnliche Haus war, so hieß.

 

Aus diesen Versammlungen entstand dann die heutige Pfingstbewegung bzw. die Pfingstgemeinden und die charismatischen Gemeinden.

Leider waren nicht alle Christen so begeistert über diese „Wiederentdeckung“ der Geistesgaben und der Kraft des Heiligen Geistes. Ja, einige Christen waren darüber richtig aufgebracht! Sie wollten dieser neuen Begeisterung unbedingt ein Ende bereiten. Dazu kam es auch fast. In eine der Versammlungen kam es nämlich zu einem Vorfall: Es traten unter Personen seltsame Manifestationen auf. Manche der Manifestationen wie Zittern, Lachen, Weinen, Umfallen etc. wirkten abstoßend auf die nicht-charismatischen Christen. Es kam zu einer gewaltigen Spaltung, zu viel Streit und Auseinandersetzungen.

 

Schließlich beschlossen manche der Kritiker, die auch Leiter waren, eine Erklärung gegen die Geistesgaben und die Manifestationen zu schreiben. 

So kam es leider zur sogenannten „Berliner Erklärung“. In dieser Erklärung wurde von den Kritikern unterzeichnet, dass sie die Geistesgaben und Manifestationen als „von unten“ erklären und diese ablehnen.

 

Diese Ablehnung war ein Betrüben des Heiligen Geistes und darunter leiden viele Christen noch heute: 

Wegen einer falschen Lehre, dass es die Geistesgaben und ein starkes Erleben mit dem Heiligen Geist gar nicht geben würde. Und wenn es mal „auftreten“ sollte, dass es gar dämonisch sei.

 

Viele Christen werden daher davon abgehalten, sich nach der FÜLLE des Heiligen Geistes auszustrecken.


Ich hoffe, diese Antwort war hilfreich für Dich. Wenn Du Fragen hast, frag ruhig. Ich möchte Dir auch noch diesen Artikel empfehlen. Darin schreibe ich mit einfachen Worten, was der Unterschied zwischen Bekehrung und Geistestaufe ist. Über die Geistestaufe findest Du auf der Seite obe unter „Jesus erleben“ eine Kategorie „Gebet für Geistestaufe“.

 

Sei reich gesegnet!

Und lass Dich nicht von Leuten verwirren, die entweder die Fülle selbst nicht wollen oder eine falsche Lehre glauben, dass es diese nicht gäbe.“

Liebe Grüße,

Julia

 

 

Weiteres zu diesem Thema

Hier gibt es ein sehr interessantes Video-Seminar zum online ansehen: Es ist eine Videoreihe mit 12 Teilen über die Christenheit in Deutschland. Martin Baron spricht von den historischen Ereignissen um 1900 – wie ein paar Christen die Geistesgaben, insbesondere das Sprachengebet wiederentdeckten. Und wie es dann zu den Gegnern, den Anticharismatikern, kam.

 

Weitere Artikel:

 
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7 Gedanken zu „Warum gibt es Christen, die das Wirken des Heiligen Geistes ablehnen? (Zungenreden etc.)

  1. Brigitte Schneider

    Liebe Julia , beten wir weiterhin dafür , das der Heilige Geist die Decke der Verblendung weg nimmt und ER endlich so wirken kann wie ER es will !!! Jeder hat die Vollmacht und wenn es nur ein einziger ist , der treu zum Herrn fleht und dran bleibt , erhört der Herr der Herrscharen es !!!

  2. Ja, das ist auch mein Gebet und ich hoffe, dass noch mehr Christen dafür offen werden… dass sie erkennen, was die Ursachen bzw. historischen Hintergründe sind. Denn nicht jeder weiß das!

  3. beki

    Halo Julia ich teile deine Meinung voll und ganz wenn die katholische Kirche den Heiligen Geist ablehnen so lehnen die Gott ab und so kann Gott nicht wirken so bete ich das mehr und mehr Menschen zu Gott finden und der Herr durch sie wirken kann.

  4. Gast

    „Weckt die Toten auf, macht Aussätzige rein, und heilt die Kranken, umsonst habt ihr es bekommen, umsonst gebt es.“ Ein wichtiger Auftrag für die Christenheit von Heute. Was noch wichtiger ist = „Lasst keine Spaltungen unter euch zu.“

  5. Habe gestern die Videoreihe von Gottes-Haus.de zusammengeschnitten zu 1 Video. Es geht zwar recht lang, aber ist SEHR interessant!
    Das Video findet ihr jetzt oben im Artikel.

  6. Ich hör jetzt das erste Mal von der Berliner Erklärung (https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Erkl%C3%A4rung_%28Religion%29).
    Ja, okay, ich war auch schon in einem charismatischen Gottesdienst … Dieser Fokus auf Gefühle wirkt auf mich putschend und befremdlich. Aber deswegen muss es doch nicht gleich falsch sein öO
    Ich bemerke jedenfalls auch, dass Deutschland ein ziemlich … hm … ausgetrocknetes Gebiet ist. Viel durchorganisiert durch die Kirchen. Auf mich wirkt das verkrustet und einengend. Merke ich jetzt auch im Vorfeld der Organisation von ProChrist besonders.

    „umsonst habt ihr es bekommen, umsonst gebt es“ – für mich ein Anreiz, Bibeln zu verschenken. Hab auf allen älteren Profilen von mir ein entsprechendes Angebot stehen =)

    Bezüglich Spaltung … hm, die Anfeindungen der Gemeinden untereinander gefallen mir nicht. Aber ich versuche, in den unterschiedlichen Ausprägungen verschiedene Facetten des Heiligen Geistes zu sehen. So, ja, es darf verschiedene Gemeinden geben, aber bitte Frieden unter ihnen. Die heutigen Konfessionen sind für mich quasi so etwas wie die Weiterentwicklung der Urgemeinden. Also von der Ausrichtung/vom Schwerpunkt her …

  7. Dieses Lied drückt es auch gut aus:

    „Ist es heute wahr?“ von Andre Massoli

    Ist es heute wahr,
    dass durch mein Gebet
    der Himmel offen steht
    und die Erde bebt?
    Es ist wahr. Herr, ich glaube!
    Ich lebe für dich.

    Ist es heute wahr,
    dass durch mein Gebet
    Tote auferstehn
    und die Blinden sehn?
    Es ist wahr. Herr, ich glaube!
    Ich lebe für dich.

    Refrain:
    Hier bin ich, Herr.
    Mach mit mir Geschichte in diesem Land.
    Hier bin ich, Herr, verkünde die Wahrheit für jedermann.
    Hier steh ich, Herr, laufe zu dir,
    in deinen Arm, in deinen Arm.

    Es ist heute wahr:
    Wer mit Jesus lebt,
    wer voll Feuer ist,
    für die Wahrheit steht,
    der wird Wunder sehn.
    Und es wird geschen, dass aus Zerbrochenheit Gott Geschichte schreibt.
    Es ist wahr. Herr, ich glaube!
    Ich lebe für dich.

    Refrain

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