Holt die Propheten zurück (John L. Moore)

Holt die Propheten zurück

Von John L. Moore (USA)

Ich wüsste nicht, dass ich schon mal ein Wort gehabt hätte, an dem ich so intensiv gearbeitet habe wie an diesem. Zuerst wollte ich es als prophetische Wort diktieren, aber dann hatte ich den Eindruck, dass der Herr mir die Möglichkeit gab, es in einem Artikel auszudrücken. Ich habe mich für letzteres entschieden, um mehr Menschlichkeit hineinzubringen und hoffentlich auch, um so manches Risiko, das mit Selbstgerechtigkeit verbunden ist, zu umgehen. Wenn mir das nicht gelungen ist, vergebt mir bitte. Letzten August bekam ich ein warnendes Wort für prophetische Fürbitter und sah zu – und war selbst dabei – wie diese Gruppe schwer versucht und erschüttert wurde. Ich habe keine Warnung ausgesprochen, als ich dieses Wort empfing, sondern habe es nur gegenüber ein paar engen Freunden erwähnt. Es tut mir leid, dass ich kein besserer Wächter gewesen bin. Dies ist ein Wort für Pastoren und diese Verantwortung lässt mich stärker erschauern. Dieses Wort ist nicht an alle Pastoren. Es ist für diejenigen, die vor einer Tür stehen, die nur sie öffnen können. Sie wird durch den Mut geöffnet, auf Kontrolle zu verzichten und für die Sünden des geistigen Missbrauchs identifizierend Buße zu tun. In den letzten Jahren haben wir Propheten gehört, die Propheten zu ihrer Aufgabe riefen und wir haben Apostel gehört, die ihre Mit-Apostel zur Integrität herausgefordert haben. Für eine Gruppe von Pastoren ist es jetzt an der Zeit, aufzustehen, Verantwortung zu übernehmen und ein pastorales Beispiel zu geben.

„Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht, damit sie nicht mutlos werden!“ Kol. 3,21

Zum Zorn provoziert

Kurz nachdem ich zum Herrn gekommen bin bekam ich einen Welpen, einen Mischling aus Deutschem Schäferhund und Dobermann. Ich nannte ihn Barabbas. Eines Tages bemerkte mein Vater wie Barabbas den Highway hoch rannte. „Diese hochgezüchteten Hunde brauchen etwas zu tun,“ warnte mein Vater. „Wenn Du nicht mir ihnen arbeitest, werden sie Schwierigkeiten machen.“ Ich hörte auf die Warnung und hielt Barabbas mit Gehorsamstraining beschäftigt. Barabbas war kein Schoßhund. Er war ein kräftiger aber anständiger Wachhund, der wahrscheinlich eines Nachts in Albuquerque Debras Leben gerettet hat, als ein verrückter Heroin-Dealer versuchte, in unser Haus einzubrechen, als ich weg war. Barabbas ging dazwischen.

Jetzt stell Dir vor, man gibt einen Hund wie Barabbas jemanden, der an Schoßhunde gewöhnt ist. Er würde wahrscheinlich an einer kurzen Leine gehalten und geschlagen werden, wenn er bellt. Nach Wochen des Missbrauchs würde das Tier entweder bösartig werden oder aufgrund eines gebrochen Geistes sterben.

 

Die Wachhunde des Herrn

Propheten sind die Wachhunde des Herrn. Sie behüten, setzen sich ein und warnen. Sie sind hoch sensibel. Ras Robinson wies kürzlich in einem Vortrag darauf hin, dass ein alttestamentlicher Prophet ein „Vorhersager, inspirierter Sprecher und Poet“ ist. Ein poetischer Wachmann. Das ist unser moderne Prophet. Aber Dichtung ist in unserer Kultur größtenteils tot – ein Symbol für unsere Hungersnot nach dem Wort des Herrn. Das, was in Amerika modernem dichterischen Ausdruck am nächsten kommt, ist Rap. Herr hilf uns! Poeten sind aufgrund ihrer Begabung expressive Menschen. Das ist so, ob sie nun so introvertiert sind wie Emily Dickinson oder so extrovertiert wie der Cowboy-Dichter Baxter Black, der sich mit Albernheiten und theatralischem Getue in Szene setzt.

Aber abgesehen von seiner oder ihrer Persönlichkeit muss der Dichter sich ausdrücken. Das gleiche gilt für Propheten. Ihnen muss eine Zuhörerschaft gegeben werden. Selbst in der Kindheit muss ihnen die Möglichkeit gegeben werden, durch Praxis zu lernen. Heutzutage haben prophetische Menschen in vielen Kirchen nicht diese Gelegenheiten. Sie sind Wachhunde an der kurzen Leine, provoziert durch unsichere Herren. Die absichtlichen Beleidigungen, bösen Blicke und strenge Kontrolle sind wie der Schlag eines Stockes. Die meisten Propheten leiden still aber letztendlich legen sie sich entweder hin und wimmern oder sie beißen und gehen. Diejenigen, die gehen, sind Hunde, die in der Nacht frei herumlaufen.

 

Der Missbrauchte läuft Amok

Diejenigen, die prophetische Listen zusammenstellen und betreuen – Meri Burlingame, Steve Shultz, Bill Somers, Pam Clark, und andere – hören oft das Heulen und Jaulen missbrauchter Wachhunde. Gerade in den letzten paar Woche habe ich mit einigen Leuten korrespondiert, die außer sich sind über die traditionelle Kirchenautorität. Sie litten offensichtlich sehr unter den Händen der Leiterschaft. Nachdem sie ihre Ketten zerrissen haben, jaulen und knurren sie aus der Entfernung. Wenn Du Dich ihnen näherst, drehen sie sich um und rennen weg. Ihrer Meinung nach ist Disziplin nur ein weiterer Schlag. Sie trauen niemanden und sind zufrieden damit, alleine in der Dunkelheit zu heulen. Die Nachbarn werfen verbale Schuhe nach ihnen „Peng, unabhängige Propheten! Wollen sich nicht der Autorität unterordnen!“

Ein Hund in der Wildnis wird nicht lange überleben. Sie verhungern, werden erschossen, werden von Autos angefahren oder werden von genau den Wölfen getötet, für die einige sie fälschlicherweise gehalten haben. Irgendwie muss der misshandelte Wachhund es alleine schaffen, wieder zu vertrauen. Er muß die Siedlungen solange auskundschaften, bis er ein freundliches Zuhause findet, eins, wo er sich unterordnen und auch dienen kann. Eins, wo er das sein kann, wozu er geschaffen wurde: ein Wachhund, nicht ein Schoßhund.

Leider werden einige aus der Kälte nicht mehr herein kommen. Sie werden wild. Letztendlich werden sie nur die Frucht ihrer eigenen Täuschung hervorbringen.

 

Die Gefahr von geringem Wissen

Mir wurde kürzlich von einem meiner geistigen Mentoren gesagt, dass „… es nicht das Problem ist, dass die Pastoren nichts von dem fünffältigen Dienst wissen. Das Problem ist vielmehr, dass viele davon wissen, aber es ihnen egal ist.“ Ich glaube, dass es viele gibt, denen es nicht egal ist, die aber durch die Schwierigkeiten bei der Umsetzung eingeschüchtert werden.

„Ich muss meine Leute langsam auf diesen Weg bringen“, sagen mir Pastoren oft. „Sie können nur Baby-Schritte gehen.“ Nun, wieviel Freiheit ist zuviel Freiheit? Wieviel Wahrheit ist zuviel Wahrheit? Wieviel Leben ist zuviel Leben? Wieviel Wachstum gibt es ohne die angemessene, richtige Gemeindeleitung durch den fünffältigen Dienst? Wachstum geschieht, aber das Tempo muß durch den Heiligen Geist bestimmt werden, nicht durch die Furcht von Menschen. Führte Jesus die Jünger in Baby-Schritten? „Oh, ihr Kleingläubigen“ sagte er oft und fuhr fort damit, sie herauszufordern und aufzustacheln. Wenn wir die Leute wie Babies behandeln, dann lernen sie auch, sich wie Babies zu benehmen. „Aber ich weiß nicht, wie man das macht“, rufen sie aus. Niemand von uns weiß es. Er ist meines Fußes Leuchte. Wir werden dadurch lernen, daß wir Schritt für Schritt in gegenseitiger Unterordnung vorwärts gehen. Tu, wie Er es zeigt, nicht, wie Du es andere tun siehst.

In den vergangenen sieben Jahren wurden die Leiter im Leib Christi von den Ausgießungen in Toronto, Pensacola, Smithton und anderen Quellen beeinflußt. Und Tausende wurden auf Konferenzen in Colorado Springs, Dallas und zahllosen anderen Städten inspiriert und angespornt. Eine Vielzahl Pastoren haben den Ruf nach apostolischer Reformation, dem fünffältigen Dienst und einer Dritter-Tag-Kirche gehört und sind mit neuem Eifer, Ehrgeiz und Hoffnung in ihre Gemeinden zurückgekehrt. Sie haben kraftvolle Gebetskonzerte organisiert, Seminare veranstaltet und hatten Mini-Erweckungen vorzuweisen. Aber die Struktur hat sich nicht geändert. Menschen, die das Apostelamt für sich in Anspruch nehmen, leiten die Gemeinde auf genau die Art und Weise, gegen die sie sich selbst aussprechen. Dem Prophetischen wird oft nur ein Platz auf der Nebenbühne zugewiesen, um persönliche Ängste zu beruhigen oder um sich einen Anschein der Fortschrittlichkeit zu geben. Wo gibt es die mutige Neuorientierung? Was ist mit wirklicher Änderung der Leitung? Man braucht mehr als die neuste Anbetungs-CD, aufregende Gastsprecher oder das Schwingen von Bannern um das verkrustete System zu revolutionieren. Richtungsweisende Offenbarung muß der visionären Offenbarung folgen. Die Propheten sind die Seher. Sie sind die Visionäre. Ja, apostolische Leiterschaft ist notwendig, aber viele Pastoren sind Teil eines Systems, das nicht an das Amt des modernen Propheten glaubt, ganz zu schweigen von dem Amt des Apostels! Wenn diese Pastoren und Systeme nicht mit prophetischer Salbung umgehen können, sind sie wahrscheinlich noch nicht für die apostolische bereit. Wer hat das Recht ihnen Stolpersteine in den Weg zu legen? Reformation kann nicht in ein altes System hinein programmiert werden. Vergiß die Ammenmärchen, daß man alte Weinschläuche dadurch neu machen kann, daß man sie umdreht und mit Öl einreibt. Jedes System, daß flexibel genug ist, daß man das Innerste nach außen kehren kann, ist nicht das alte System, mit dem man anfängt. Glaube heißt Risiko. Wenn Leiter der lokalen Gemeinde an die gegenwärtige Wahrheit glauben, müssen sie den Preis für ihren Glauben bezahlen. Bis sie das tun, werden sie einfach nur die neuste Masche bejubeln oder andere Gemeinden kopieren und richten damit verheerende Schäden an den Hoffnungen und Wünschen ihrer Leute an. Wenn ein Wachhund in diesem Prozeß aufheult, schlage oder mißachte ihn!

 

Lehrer und Pastoren müssen die Wahrheit proklamieren

Für Pastoren ist jetzt die Zeit gekommen, um für das, was sie wissen, Verantwortung zu übernehmen. Eine Entscheidung zu verschieben ist bereits eine Entscheidung. Verschieben erzeugt Verfall. Während ich für einen Artikel einer überregionalen Zeitschrift recherchierte, habe ich mit vielen Gemeindeleitern gesprochen, in deren Gemeinschaft die Leitung durch den fünffältigen Dienst und Gemeindewachstum bereits Wirklichkeit ist. Sie sagen alle das gleiche: man muß einen Preis zahlen. Die Gewalt tun, reißen es an sich.

Und sie sind nicht besonders scharf darauf, ihr System zu propagieren, weil ihr System woanders vielleicht nicht funktioniert. „Suche Gott“, sagen sie einfach. „Er wird dir zeigen, was du wann und wie tun sollst.“

In den letzten Jahren sind viele Herausforderungen an die Propheten herangetragen worden. Ich selbst habe einige herausgegeben und einige sind auch an mich herangetragen worden. Ich habe herausfordernde Worte an die Apostel gehört. Wie oft hört man starke Worte, die die Pastoren herausfordern? Sie werden immer noch behandelt wie NFL Quaterbacks im offenen Gedränge. Sie tragen ein besonderes rotes Hemd, das bedeutet: „nicht berühren“. Du kannst jeden schlagen, aber nicht ihn. Fasse Gottes Gesalbten nicht an. Werfe keine Speere nach Saul! Und sage dem Kaiser nicht, dass er keine Kleider an hat! Ich schlage hier weder Rebellion vor, noch Respektlosigkeit, Beleidigung oder Gewalt gegen irgend jemanden, aber Pastoren, die an die Gemeindereformation glauben, müssen sie verkünden und dann im Angesicht des Widerstandes fest stehen. Stehe! Und wenn Du zum Gehen gezwungen wirst, dann gehe. Irgendwo da draußen in der dunklen Nacht wartet ein Prophet. Finde ihn. Sucht Gott zusammen. Bete für apostolische Beziehung. Wenn das zu viel kostet, dann vergiß diese Vision. Spiele nicht mit dem fünffältigen Dienst. Das ist gefährlicher als Dynamit. Suche Gott zur Bestätigung Deiner Berufung und Rolle. Ernenne Dich nicht selbst zum Apostel in dem Bemühen, die Kontrolle zu behalten. Du hast keine Vorstellung davon, was Du da tust. Wenn Du ein Apostel bist, dann beginne das neue Werk auf einem wirklich neuen Fundament. Aber tue das Werk. Nur den Namen über die Tür zu schreiben bedeutet noch gar nichts. Finde Menschen, die Du an ihren Früchten und Zeichen als Bevollmächtigte des fünffältigen Dienstes erkennst. Komme ihnen nah. Baue eine Beziehung zu ihnen auf. Verfolge die Wahrheit und Wegweisung, indem Du Ihn verfolgst. Solltest Du alles verlieren aber Christus erlangen, hast Du gewonnen.

Der fünffältige Dienst wird niemals wie vier Schmuckstücke um des Zentrum eines Hauptbüros sein. Und Gemeindereformation ist kein Programm. Es ist eine Revolution. Pastoren können nicht länger in der Sicherheit ihrer Büros sitzen, sich Wege ausdenken, wie sie ihre Gemeinden umstrukturieren und dabei den Geräuschen fluchen, die sie draußen in der Dunkelheit hören. Der Mensch da draußen könnte der Meisterarchitekt in den Plänen Gottes sein. An seiner Seite geht der Wächter, der Prophet. Sie ziehen durch die Nacht, um einen Hirten zu suchen. Höre, sie könnten an Deine Tür klopfen.

 

Pastoren müssen sich gegenseitig richten oder sie werden von anderen gerichtet

Ich kann jetzt schon einige Pastoren sagen hören: „John, Du kennst nicht die Anschuldigungen gegen mich; Du kennst nicht die Nächte, in denen ich zu Gott geschrieen habe, oder die fordernden prophetisch begabten Leute, die auf meiner Treppe campieren oder meine Gemeinde verärgert haben. Du weißt nicht, wie das ist!“

Ich habe viele Erscheinungen des politischen Systems der Gemeinde gesehen. Es verströmt einen fauligen Geruch. Ich spreche nicht von der Kontrolle der Versammlung oder von dem Ältestensystem. Ich bin nicht so naiv, euch hier weißmachen zu wollen, alles ginge über Nacht oder ohne daß Gefühle verletzt würden und der Lebensunterhalt nicht bedroht wäre. Aber ich weiß, daß jedes Lager sich selbst richten muß, bevor wir uns wirklich einander unterordnen können. Die wahren Hirten müssen die Mietlinge zurechtweisen, die um ihre eigenen Feuerstellen sitzen. Wir leben in einer Zeit der identifizierenden Buße. Sogar der Vatikan hat offiziell über ihr Verhalten gegenüber den Protestanten während der Reformation Buße getan. Wer tut Buße über diejenigen, die in der Nacht heulen? Falsche Auffassungen über pastorale Autorität werden erschüttert werden. Ich sehe, wie sich eine Tür zu neuen Reichen himmlischer Autorität öffnet. Neben der Tür steht eine kleine Gruppe gebrochener Pastoren. Sie haben Titel, Positionen und Politik aufgegeben. Sie wollen nur dienen. Sie können den Weg für die nächste Segnungswelle ebnen. In ihrer Hand ist der Schlüssel.

 

Quelle: http://www.johnlmoore.com

Gefunden unter: http://www.prophetischerdienst.de/3-18-Holt_die_Propheten_zurueck

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