Hörendes Gebet: Kein Orakel!

(Anmerkung: Der folgende Artikel ist ein Auszug aus dem Buch „Hörendes Gebet“ von Manfred und Ursula Schmidt – siehe Quellenangabe am Text-Ende! Andere Begriffe für „Hörendes Gebet“ sind „Hören vom Himmel“ oder „Prophetisches Gebet“)

5. Eine Form des Orakels?

Gott ist souverän. Er spricht uns an, wo er es möchte – nicht wo wir es wollen! Beim Beten, hören wir auf Gott – nicht auf die Fragen der Menschen!

Einmal im Monat bieten wir in unserer Gemeinde so einen anonymen „Gästeabend“ an. Menschen, von denen die Beter nur den Namen kennen, kommen zu uns und erhalten persön­lich Hörendes Gebet in einer Gruppe von Mitarbeitern.

Nun fragen manche, und zwar zu Recht: Wenn man andere für sich hören lässt, missbrauchen wir da nicht Gottes Reden als Orakel? Machen wir nicht eine Art Hellseherei daraus? Oder instrumentalisieren wir es für unsere Zwecke oder zur Befriedigung unserer Neugier? Die Erfahrung von Hunderten solcher Gebete für Gäste zeigt, dass eine Begegnung mit dem Reden Gottes immer auch eine Begegnung mit dem lebendi­gen, redenden Gott selber ist. Er und sein Reden entziehen sich jeder Instrumentalisierung. Er wählt souverän die Themen, über die er zu uns spricht. Und oft genug sind das nicht die Fragen, die wir gerne beantwortet hätten.

Immer wieder erzählen uns Gäste nach dem Gebet: „Ich bin mit zwei konkreten Fragen gekommen. Dazu hat Gott gar nichts gesagt. Aber er hat mir gezeigt, wie sehr er mich liebt – und das geht viel tiefer!“ Häufig hören wir aber auch: „Gott hat genau das Thema angesprochen, das mich zur Zeit am meisten umtreibt. Ihr Beter wusstet doch gar nichts davon!“

Wir haben es erlebt, dass Leute, die mehrfach im Monatsab­stand hintereinander für sich beten ließen, zunächst sehr viel von Gott bekommen haben. Irgendwann war dann aber Schluss; es kam nichts Neues mehr. Es wurde deutlich, dass Gott den Betreffenden klarmachte, jetzt sei es an der Zeit, das Gehörte im Gehorsam umzusetzen und außerdem zu lernen, ihn selber besser zu hören. Gott ist ein Vater, der sich um seine Kinder kümmert, aber keine anonyme Auskunftsstelle für Fragen. Deshalb kann das Hörende Gebet nicht zum Vorwand für per­manente geistliche Unselbständigkeit werden. Und den Mund lässt Gott sich schon gar nicht verbieten; er sagt auch Dinge, die wir nicht hören wollen. Für uns heißt das: Wenn wir uns als Beter nicht die Last aufladen, eine Antwort auf die Nöte (oder auch nur Wünsche oder Fragen) der Menschen finden zu müssen, sondern „lediglich“ auf das hören wollen, was Gott heute sagt, dann ist die Gefahr des Missbrauchs des Hörenden Gebets sehr klein.

Aus: „Hörendes Gebet“, Ursula und Manfred Schmidt, Gge Geistliche Gemeinde-Erneuerung (2009)

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