Die Geschichte vom kleinen Kaktus

Die Geschichte vom kleinen Kaktus

Ein kleiner Beduinenjunge – der, so nehmen wir mal an, nicht zu den am besten erzogenen gehört – schlendert bei einem seiner Streifzüge durch die Wüste und entdeckt in der Ödnis einen Kaktus. Der Kaktus ist noch klein, aber das einzig lebende Objekt im weiten Umkreis.

Zunächst nutzt der Junge, der von christlicher Nächstenliebe noch nie etwas gehört hat, den Kaktus als Zielscheibe und bombardiert ihn mit Steinen. Die meisten treffen.

Nach einiger Zeit wird ihm dies zu langweilig und im Weggehen legt er aus einer plötzlichen Boshaftigkeit heraus noch einen großen, sehr schweren Stein oben auf den Kaktus. Dazu muss er schwer heben und mächtig liegt der Stein auf dem Gewächs, dass schon ohne diese Last genug Mühe hat, in der Unwirtlichkeit der Wüste überleben zu können. Der Stein liegt brutal auf dem Kaktus, die Last drückt ihn regelrecht zusammen. Plötzlich hat er eine Bürde zu tragen, die nicht abgeschüttelt werden kann.

Jahre später kommt der Beduine wieder in die Gegend. Er ist inzwischen ein erwachsener Mann geworden. Warum auch immer, er hat den kleinen Kaktus nicht vergessen und schaut sich nach einem verkrüppelten kleinen Gewächs um, das irgendwie unter einem mächtigen Stein hervor wächst. Aber er findet nichts. Vom kleinen Kaktus findet sich keine Spur.

Das einzige, was er finden kann, ist ein prachtvoller, sehr stattlicher Kaktus der in vollem Saft steht. „Diese baumhohe Pflanze ist mir damals gar nicht aufgefallen“, schießt es ihm durch den Kopf. „Der Kleine hat den Stein wahrscheinlich nicht überlebt“, denkt er und betrachtet noch einmal bewundernd das mächtige Gewächs vor sich, bevor er weitergeht.

Was er nicht gesehen hat, ist ein Steinbrocken ganz oben auf dem baumhohen Kaktus. Ein Steinbrocken, der immer noch dort liegt, wo er selbst  ihn als Junge einst viele Jahre zuvor platziert hatte. Auf der großartigen und beeindruckenden Pflanze wirkt der Steinbrocken dort oben sonderbar klein und unwichtig …

Was war geschehen?

Der Überlebenskampf des kleinen Kaktus nahm durch den Stein erheblich an Intensität zu. Er brauchte viel mehr Kraft zum Wachsen, musste seine Wurzeln tief in den steinigen Sandboden hinein senken um an mehr von dem dringend benötigten, kostbaren Wassers kommen zu können. So wurde er stärker und stärker, nahm zu und wuchs. Trotz Last – oder besser:  gerade wegen der Last. Er kämpfte und wuchs zu einer beeindruckenden Pflanze heran.

Der Stein als Last blieb, aber mit dem Wachstum wurde sie immer leichter zu tragen. Die Bedeutung des Steins verblasste, die Bedrückung wurde immer mehr relativiert. Die Last verstärkte das Wachstum.

Was ist der Stein, den man auf dich gelegt hat? Welche nicht abzuschüttelnde Bürde liegt auf dir?

Manches, was uns so scheint, als ob es uns ganz massiv am Wachstum hindern würde, kann, wie dieser Stein, zum Wachstumsverstärker werden. Letztendlich zum Segen, zu etwas Positivem. Das, was wir zu tragen haben, ist genau das, was uns Muskeln schafft, was uns trainiert, uns be-last-bar macht. Das gilt im Natürlichen wie auch im Geistlichen.

Gott will, dass wir stark sind, tragfähig, einsatzfähig, brauchbar. Die Bibel ist voll von Belastungssituationen, von Zerreißproben, von schweren, rauen Dingen, die man nicht abschütteln kann.

© Sigrid und Martin Baron
Veröffentlichung unter Quellenangabe „www.gottes-haus.de“ gestattet

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